Stall selber planen – mit 3D CAD BIM Software/Programm

Der Weg zum selbst geplanten Stall

Haus- und Nutztiere werden seit Jahrhunderten von Menschen gezüchtet und gehalten. Bei vielen Tierarten ist die Unterbringung in einem Stall notwendig. Je nach Tierart, Zweck und Wunsch des Tierhalters können Ställe sehr unterschiedlich konzipiert sein. Viele Tierbesitzer haben deshalb den Wunsch Ihren Stall selbst zu entwerfen und zu bauen. Das ist grundsätzlich gut möglich, es müssen allerdings einige Regelungen und Vorgaben dabei beachtet werden.
Ein moderner Stall muss heute verschiedenen Anforderungen genügen und rechtlichen Vorgaben entsprechen. Der folgende Leitfaden gibt einen Überblick über Stallarten, Anforderungen und den Planungsprozess.

Stallarten: Der richtige Stall für meine Tiere

Am Beginn des Planungsprozesses steht die Frage, welche Art von Stall gebaut werden soll. Ganz entscheidend hierfür ist natürlich, welche Tierart dort untergebracht werden soll. Je nach Tierart sind unterschiedliche Bedürfnisse und Eigenschaften zu bedenken. Auch die rechtlichen Vorgaben für die Unterbringung der verschiedenen Tierarten sind dabei zu beachten. Üblicherweise werden folgende Stallbauweisen genutzt:

Geflügelställe:

Bei Geflügelställen ist stets auf gute Beleuchtung zu achten. Sie muss mindestens 20 Lux betragen. Mindestens drei Prozent der Stallfläche müssen Fensterflächen sein, um für Tageslicht zu sorgen. Viele Geflügelställe sind zusätzlich mit speziellen Lampen ausgerüstet, die ein, für die Tiere beruhigendes, blau-grünes Licht abgeben. Kämpfe und Kannibalismus zwischen den Tieren sollen so reduziert und möglichst vermieden werden.

Charakteristisch für die Stallhaltung von Geflügel sind nicht befestigte Böden mit einer 30 bis 40 Zentimeter hohen Schicht aus Stroh oder Spänen.

Des weiteren ist bei der Geflügelhaltung zwischen Masttieren (z.B. Puten, Gänse, Enten oder Hühner) und Legehennen zu unterscheiden.

Mastgeflügelställe können freie Ställe mit Querlüftung oder geschlossene Ställe mit Zwangslüftung sein.
Um die Massenhaltung von Legehennen zu reduzieren und zu verbessern, gelten hier zusätzliche Regelungen. Pro Henne müssen im Stall 1.100 cm² verfügbar sein. Werden Käfige verwendet, müssen diese eine Fläche von mindestens 2 x 1,5 Metern und eine Höhe von mindestens 2 Metern haben. Auch müssen Nester, Sitzstangen und Einstreu für die Hennen vorhanden sein.

Pferdeställe:

Zu den ältesten Stallarten gehören die Pferdeställe. Entsprechend gibt es hier viele verschiedene Varianten. Am gängigsten sind heute jedoch Boxenställe mit einer mittig verlaufenden Stallgasse und Pferdeboxen zu beiden Seiten. Die Pferde stehen hierbei in ausreichend großen Einzelboxen mit üblicherweise festen Böden.
Bei Pferdestellen sind vergleichsweise wenige gesetzliche Regelungen zu beachten. Verboten ist aber beispielsweise in der Regel die angebundene Haltung in einem Anbindestall.

Wer einen Pferdestall plant, kann sich in Sachen Heizung und Lüftung entweder für einen Kalt- oder für einen Warmstall entscheiden. Beim Warmstall erfolgt eine Zwangsbelüftung. Beliebter und gesundheitlich vorteilhafter ist jedoch der Kaltstall. Er wird zwecks Querlüftung mit ausreichend offenen Stellen und quer zu Hauptwindrichtung errichtet.

Rinderställe:

Auch hier sind prinzipiell viele verschiedene Varianten möglich. Wie auch im Pferdestall, sind Kalt- oder Warmställe mit in der Regel festen Böden möglich. Hier geht der Trend jedoch eher zum Warmstall.
Des weiteren unterscheidet man bei Rindern zwischen Ställen mit Einzel- oder mit Gruppenhaltung. Die Kühe werden in Ställen mit Einzelhaltung angebunden auf einem Kurz-, Mittellang- oder Langstand gehalten. In der modernen Rinderhaltung gilt die Gruppenhaltung jedoch als gesundheitlich und ökonomisch vorteilhaftere Variante. Hierbei können sich die Tiere in sogenannten Laufställen frei bewegen.

Laufställe können weiterhin in Tieflaufställe und Boxenlaufställe unterschieden werden. Der Tieflaufstall erfordert etwas mehr Fläche, denn hier sind Liege- und Laufflächen für die Tiere nicht getrennt. Der Boxenlaufstall hingegen verfügt über separate Liegeplätze für jedes Tier.

Schweineställe:

Bei Schweineställen handelt es sich grundsätzlich um zwangsbelüftete Warmställe.
Die Schweinemast erfolgt in Gruppen, entsprechend werden Ställe in verschiedene Abteile unterteilt. Jede Gruppe von Schweinen wird dabei in einem jeweils abgetrennten Bereich untergebracht.

Besondere Formen des Schweinestalls sind Deckställe oder Warteställe für die Ferkelzucht. Hier sind Kastenstände für die vorübergehende Haltung einer Sau, aber auch Gruppenhaltung möglich. Der Abferkelstall dient der Geburt und ist für zusätzliche Wärme meist mit Rotlichtlampen ausgestattet.

Auch im Schweinestall verwendet man im Normalfall befestigte Böden. Bei großen Tierbeständen sind Spaltenböden, die Kot und Urin der Schweine durchlassen, verbreitet. Strohgedeckte Böden sind aber ebenfalls möglich und deutlich artgerechter.

Wie gehe ich bei der Stallplanung vor?

Besteht Klarheit darüber, welcher Art der gewünschte Stall sein soll, kann die Planung darauf aufbauend in vier Schritten erfolgen:

1. Den Grundriss erstellen

Das Erstellen einer Grundrisszeichnung bildet die Grundlage der weiteren Planung. Sie kann per Hand angefertigt oder mit einer geeigneten CAD-Software am Computer erstellt werden. Insbesondere ein Programm, dass speziell für die Stallplanung geeignet ist, kann hier eine gute Wahl sein.
Im Grundrissplan müssen die grundlegenden Anforderungen an den Stall, bezüglich Größe, Form und Eigenschaften, bedacht werden, wie sie oben erläutert wurden.

2. Einen geeigneten Standort festlegen

Für den Stall muss ein Baugrundstück in geeigneter Umgebung gegeben sein. Die Anforderungen dafür können je nach Art und Zweck des geplanten Stalles unterschiedlich sein. Die Umgebung eines Pferdestalls sollte beispielsweise ausreichend Raum bieten, um die Pferde zu bewegen oder auszureiten, während beim Schweinestall unter Umständen die Belästigung von Anwohnern durch den Geruch zu bedenken ist. Auch finanzielle und persönliche Aspekte können hier eine Rolle spielen.

3. Budget und finanzielle Kalkulation

Festgelegter Standort und Grundrissplan erlauben eine erste Kalkulation der Kosten. Dazu sollten vorhandene finanzielle Mittel als Budget festgelegt werden. Übersteigt die Kalkulation das Budget, müssen Einsparungen eingeplant werden. Denkbar wären Änderungen am geplanten Bau oder ein kostengünstigerer Bauplatz.

4. Den Bauantrag stellen

Vor Baubeginn muss ein Bauantrag gestellt und behördlich genehmigt werden. Der Antrag kann am einfachsten durch den Architekten oder das ausführende Bauunternehmen gestellt werden, sobald diese mit den Plänen vertraut sind. Sobald eine Baugenehmigung vorliegt, kann der geplante Bau durchgeführt werden.

2019-08-04T17:54:19+02:00