Planung & Einrichtung einer Arztpraxis mit 3D Software

Was den Besuch in einer Arztpraxis für die meisten Menschen zu einem unerwünschten Erlebnis macht, sind die negativen Assoziationen, die sie damit verbinden. Ein Arztbesuch ist zum Großteil verbunden mit einem Unwohlsein, das die Patienten vorne herein empfinden. Dieses Unwohlsein sollte die Praxis selbst aber nicht unterstützen, sondern eindämmen. Diese Eindämmung der negativen Atmosphäre ist aber nicht nur für Patienten, sondern auch Mitarbeiter eine wichtige Maßnahme. Diese werden an ihrem Arbeitsplatz täglich mit schwierigen Situationen und negativen Emotionen, bis hin zu wahren Schicksalsfällen konfrontiert.
Damit die Mitarbeiter einer Arztpraxis trotz ihrer schwierigen, aber zugleich wichtigen Arbeit einen kühlen Kopf bewahren können, benötigen sie ein harmonisches Arbeitsumfeld, in dem sie sich gerne aufhalten und arbeiten. Dieses einladende Gefühl erreicht man mit der richtigen Gestaltung und Planung der Räume. Diese hilft auch den Patienten in ihrem Zustand des unwohl Befindens das Warten im Wartezimmer und die Behandlung selbst besser überstehen zu können. Auch der erste Gang zur Arztpraxis erscheint ihnen damit weniger negativ.

Privatsphäre und Rückzugsorte

Unter die sogenannte ärztliche Schweigepflicht sollte in einer Arztpraxis auch die Sicherheit der Behandlungsgespräche fallen. Was ein Arzt mit seinen Patienten bespricht, sollte von keinen anderen anwesenden Patienten gehört werden. Vor allem, da diese Informationen besonders privat und oft unschön sind.
Diese Gewährleistung der Privatsphäre kann man einfach mit der richtigen Belegung der Räume erreichen. Der Empfangsbereich, in dem die Anmeldung und die Vergabe von Rezepten stattfinden, sowie das Wartezimmer müssen genug Abstand zu den Behandlungsräumen haben. So können andere Patienten in Ruhe warten und müssen sich keine Sorgen über ihre vertraulichen Gespräche machen.
Neben den Patienten brauchen auch die Praxishelfer ihre Privatsphäre. Auch diese werden mit den negativen Emotionen von Schicksalsschlägen und der Überbringung schlechter Nachrichten konfrontiert. Auf Dauer kann das zu psychischen Belastungen für die Arzthelfer und Ärzte führen.
Um diese Stresssituationen bewältigen zu können und für ihre Patienten eine professionelle Stütze sein zu können, benötigt das Personal mehr als nur einen Pausenraum. Ein Rückzugsort in Form eines weiteren Raumes, nur für das Zurückziehen der Angestellten ist deshalb ein wichtiger Teil der Arztpraxis. Dort können sie sich in Ruhe fassen und mit ihren eigenen Emotionen auseinandersetzen, um für ihre Patienten professionelle Arbeit leisten zu können.

Leit- und Orientierungssystem mit Farben

Auch das Leit- und Orientierungssystem einer Praxis kann den Arztbesuch entscheidend verbessern oder verschlechtern. Kommt ein Patient in eine Praxis und muss zu Beginn orientierungslos Schilder lesen, um zum richtigen Behandlungsort zu finden, verbindet er von Beginn an mit negativen Emotionen.
Ein einfacheres Orientierungssystem erreicht man durch eine farblich differenzierte Einteilung der Behandlungen. Die genutzten Farben sollten dafür klar getrennte Töne sein, aber in ihrer Kombination harmonieren. Für ein abgestimmtes Bild verwendet man die Farben auch dezent in der Einrichtung der Praxis, beispielsweise in Form von Mustertapeten.
Ein solches Farbsystem ist besonders für ältere Patienten oder Menschen mit Sehschwäche eine große Erleichterung für die Orientierung.

Getrennte Wartezonen statt einem Wartezimmer

Das Problem von Wartezimmern ist das Zusammenkommen von Personen in verschiedenen, gesundheitlichen Zuständen. Patienten, die gesund sind, treffen im Wartezimmer auf kranke Patienten mit eventueller Ansteckungsgefahr. Die Gesundheit von manchen Menschen wird damit gefährdet.
Lukrativ wirkt sich dieser Aspekt besonders negativ auf eine Arztpraxis aus, sobald diese nicht-gesundheitliche Leistungen, wie beispielsweise Akupunktur anbietet. Das Angebot wird weniger in Anspruch genommen, um den Aufenthalt in einem Wartezimmer mit kranken Patienten zu vermeiden.
Praktischer ist es entsprechend, Patienten mit ansteckenden Symptomen von anderen zu trennen. Das kann man mit der Nutzung mehrerer, kleiner Räume oder Wartezonen vor bestimmten Behandlungsräumen erreichen. Diese Wartezonen sollten allerdings nur vor Räumen eingerichtet sein, in denen keine privaten Informationen besprochen werden.

Hygienestandard und Komfort im Mobiliar

Um Patienten mit beispielsweise ansteckenden Infektionskrankheiten empfangen zu können, ohne weitere Menschen zu gefährden ist auch ein hoher Hygienestandard von hoher Bedeutung. Um diesen auch in einem Wartezimmer gewährleisten zu können, hilft die richtige Wahl des Mobiliars.
Da Keime und Bakterien sich schnell in verschiedenen Stoffen einnisten und verbreiten, sind sie ungeeignet für ein Wartezimmer. Eine hygienischere Alternative sind Leberstühle oder Modelle aus Hartplastik. Besonders Stühle aus Hartplastik können schnell und einfach gereinigt, sowie desinfiziert werden.
Auch optisch ist das Mobiliar aus Hartplastik nicht minderwertig. Die Variation an Farben ermöglichen es, das Mobiliar farblich dem Orientierungssystem anzugleichen.

Hindernisfreiheit für Senioren und Gehandicapte

Häufige Patienten einer Arztpraxis sind ältere Menschen, die häufiger an Erkrankungen leiden. Auch ihre Bewegungsmöglichkeiten sind im hohen Alter beeinträchtigt und sollten bei der Planung einer Praxis zur Kenntnis genommen werden. Auch Erkrankte, die unter körperlichen Schmerzen leiden oder Patienten mit körperlichen Einschränkungen kann das den Arztbesuch erleichtern.
Die Räumlichkeiten der Praxis sollten also möglichst barrierefrei und hindernisfrei gehalten werden. Für mehrstöckige Praxen ist das Vorhandenseins eines Fahrstuhls von Vorteil. Falls dieser nicht vorhanden ist, sollte man alle Behandlungsmöglichkeiten auch im ersten Stock anbieten. Somit wird kein Patient benachteiligt behandelt und die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihre Patienten gegebenenfalls in z. B. verschiedene Wartezimmer aufzuteilen. In diesen wählt man die Stühle am besten etwas höher, um den bewegungseingeschränkten Patienten das Hinsetzen und Aufstehen zu erleichtern.

Auszeit für wartende Kinder

Kinder müssen oft nicht nur in die Arztpraxis, weil sie krank sind, sondern auch weil sie ihren kranken Elternteil begleiten müssen. Um den Nachwuchs während dem Warten zu beschäftigen, haben viele Praxen deshalb eine Spielecke im Wartezimmer aufgebaut. Dieser Standort bietet allerdings viele Nachteile.
Kinder sind durch wartende Patienten im Wartezimmer vielen Bakterien und Keimen ausgesetzt, was ein hohes Gesundheitsrisiko darstellt. Auch die gewünschte Beschäftigung muss sich durch andere Anwesende oft in Grenzen halten. Das Kind darf nur in begrenzter Lautstärke spielen, um niemanden zu stören. So muss auch das Elternteil in seiner geschwächten Verfassung auf die Lautstärke des Kindes achten.
Für alle Anwesenden ist es eine bessere Alternative, die Kinder in einem abgegrenzten Raum spielen und warten zu lassen. Dadurch wird das Gesundheitsrisiko gesenkt und die kranken, wartenden Patienten werden von keinem Lärm gestört, während der Nachwuchs in Ruhe spielen kann.
Dieser Raum grenzt am besten zum Wartezimmer an und ermöglicht dem Elternteil im Wartezimmer durch eine Glastür oder -wand, ihr Kind im Blick haben zu können. So bietet diese Alternative viele Vorteile für die Anwesenden und kann der Praxis auch optisch helfen. Das Wartezimmer kann in einer harmonisch abgestimmten Optik zur Praxis bleiben, während das Spielzimmer kindlicher gestaltet wird. Ausgestattet mit einfach zu reinigendem Spielzeug und einer Ausstattung aus ebenso wenig Stoffen können Kinder sich austoben und die Praxis die Hygienestandards einhalten.

2020-07-09T12:54:56+02:00