Wie zeichne ich einen Lageplan?

Zunächst einmal muss geklärt werden, worum es sich bei einem Lageplan überhaupt handelt. Mit einem Lageplan hat man die Möglichkeit, ein Gebäude mitsamt der dazugehörigen Umgebung bildlich darzustellen. Dies dient der Veranschaulichung und Übersichtlichkeit. Ein Lageplan gibt zu erkennen, in welche Form sich das Objekt in die Umgebung eingliedert und welche Gegebenheiten an das Grundstück angrenzen. Hierbei kann es sich um Nachbarhäuser handeln, um öffentliche Straßen und Wege oder andere Bebauungsarten. Der Bauherr, welcher in Bezug auf das Gebäude oder Grundstück ein spezielles Bauvorhaben verfolgt, kann so auf einen Blick die Örtlichkeit betrachten. Für die Einreichung eines Bauantrages ist die Vorlage eines Lageplanes im Übrigen Pflicht. Dabei ist die Art der Erstellung nicht streng reguliert und kann vom Bauherrn selbst vorgenommen werden. Es kann sich um eine manuelle Zeichnung handeln oder auch eine digitale.

Aufbau des Lageplans

Wie der Plan zu erstellen ist, ist nicht einheitlich vorgeschrieben. Wohl aber, welche Inhalte der Plan darstellen muss. Grundsätzlich gliedert sich der Lageplan in zwei Bereiche. Hier muss zum einen ein schriftlicher Teil vorliegen sowie auch ein Zeichnerischer. Beide Teile müssen nicht voneinander getrennt erstellt werden sondern können harmonisch miteinander verbunden werden.
Bei dem zeichnerischen Teil handelt es sich um die optische Darstellung des Projektes und der Gegebenheiten. Im Zentrum des Plans steht das Gebäude. Um dieses herum sind dann die örtlich angrenzenden Gegebenheiten einzufügen. Den Rahmen des Plans bilden die jeweiligen Grundstücksgrenzen. Zudem müssen alle vorhandenen Verkehrswege mit aufgeführt werden. Bei der Darstellung des Gebäudes reicht es aus, wenn die Umrisse gezeichnet werden. Für den Maßstab gibt es keine einheitliche Regelung. Üblich ist aber die Verwendung einer

1:500-Darstellung.

Der zweite Teil eines Lageplans ist der schriftliche Teil. Mit diesem wird der Bauplan konkretisiert. Es geht darum, eine genaue Beschreibung abzugeben. Hier gibt es genaue Vorgaben, welche Informationen der Lageplan enthalten muss. So ist es vorgeschrieben, den vollen Namen des Bauherren zu nennen sowie der umliegenden Eigentümer. Weiter sind die im Grundbuch eingetragenen Flurstücksnummern und –grenzen zu bezeichnen. Das Baugrundstück selbst sowie die umliegenden Nachbargrundstücke müssen konkret benannt werden. Das Gleiche gilt für die angrenzenden Verkehrswege. Darüber hinaus müssen die Lage Richtung Norden ermittelt werden, ebenso wie die Höhenlage und die exakte Größe des Grundstücks. Auch rechtliche Vorgaben und Befugnisse sind zu erwähnen. So müssen sowohl die erlaubte Bebauungsart als auch die Nutzungsart beschrieben werden. Eventuelle Baulasten sind zu konkretisieren. Es sind ein Bebauungsplan anzufügen sowie dazugehörige Satzungen. Bestehende Bauanlagen müssen beschrieben sowie nicht bebaubare und bebaubare Areale entsprechend gekennzeichnet werden.

Informationsbeschaffung

Um den Lageplan korrekt erstellen zu können, benötigt man die entsprechenden Informationen. Hier muss man zum Teil auf die hinterlegten Informationen gewisser Behörden zurückgreifen. Dies gilt beispielsweise für die Ermittlung der Flurstücke. Diese können beim Katasteramt des örtlichen Amtsgerichts eingesehen werden. Hier liegen auch die Vermessungsdaten vor. Einige andere Angaben lassen sich auch selbst ermitteln, wie beispielsweise die Größe der geplanten Bebauung. Hier kann der Grundriss eine gute Grundlage bieten.

Das manuelle Zeichnen

Wie bereits oben erwähnt gibt es zwei Methoden, einen Lageplan zu erstellen. Eine Möglichkeit ist das Zeichnen von Hand. Entsprechend benötigt man einen großen Bogen Papier, am besten Millimeterpapier, sowie einen Bleistift und ein Lineal. Die Zeichnung per Bleistift ermöglicht es, zwischendurch kleine Fehler sofort zu korrigieren. Zudem ist es hilfreich, eine Skala entsprechend des Maßstabs einzuzeichnen, an welcher man sich immer wieder orientieren kann. Die manuelle Erstellung eines Lageplans ist nicht unbedingt simpel, so dass man hier schon etwas Talent mitbringen sollte.

Um mit der Zeichnung beginnen zu können, benötigt man dann eine konkrete Vorgabe der Umgebung. Eine Möglichkeit ist hier, sich beim zuständigen Amt eine Umgebungskarte aushändigen zu lassen. Alternativ kann man sich aber auch über das Internet schlau machen und dort beispielsweise mit Hilfe eines Routenplaners eine Vorlage finden. Hier sucht man nun den genauen Standort des Grundstücks und markiert diesen. Die Basis des l Lageplans bilden die Außengrenzen des Baugrundstücks mitsamt aller vorgegebenen Flächeneinheiten. Um diesen Plan herum lassen sich dann die umliegenden Grundstücke und Verkehrswege anschließen. Wichtig ist hier, dass man einen vordefinierten Maßstab genau einhält. Stehen die grundliegenden Maße, müssen noch die schriftlichen Infos ergänzt werden.

Die Erstellung per Software

Die zweite Möglichkeit zur Erstellung eines Lageplans ist die Nutzung einer entsprechenden Software. Hierfür eignet sich eine sogenannte CAD-Software. CAD steht hierbei für „Computer-Assisted Design“, also eine computergestützte Konstruktionsweise. Diese Software ist genau dafür ausgelegt, Lagepläne auf möglichst einfache und dennoch genau Art zu erstellen. Anstelle des Bleistiftes kommt hier die Maus ins Spiel, um die Zeichnung durchzuführen. Der Lageplan wird nach und nach mit den gewünschten Objekten und Elementen gefüllt. Diese lassen sich einfach per Mausklick in den Plan hineinziehen. So wird es auch erleichtert, zwischendurch Ausbesserungen durchzuführen und Korrekturen umzusetzen. Manche Softwareanwendungen ermöglichen darüber hinaus auch eine Darstellung in 3D. So wird der Lageplan noch plastischer und anschaulicher. Die Software bietet auch die Möglichkeit, den Grundriss zu erstellen. So kann dieser anschließend einfach in den Plan integriert werden. Ebenso wie bei dem manuellen Lageplan muss nun auch hier der schriftliche Teil hinzugefügt werden. Auch hierfür gibt es eine vordefinierte Menüführung. So bietet die Software ein Rundumpaket für die Erstellung eines Lageplans, um diesen auf möglichst einfache Art sehr präzise darstellen zu können. Allerdings muss erwähnt werden, dass diese Software käuflich erworben werden muss.
Egal, auf welche Art und Weise der Lageplan erstellt worden ist – er dient nun als Grundlage für die Erstellung eines Amtlichen Lageplans, welcher seitens eines Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs ausgearbeitet wird. Sobald dieser Plan gefertigt ist, kann er dem Bauantrag beigefügt und für die Antragstellung verwendet werden.