Eingabeplan selbst erstellen mit Software – Anleitung

Ein sogenannter Eingabeplan dient der zuständigen Behörde zur Prüfung Ihres Bauvorhabens: Eine Baugenehmigung für einen Neubau wird nur erteilt, wenn der gestellte Bauantrag vollständig ist und gewisse Auflagen erfüllt werden. Genauso müssen ein Abriss, bauliche Veränderungen oder eine geplante Nutzungsänderung für ein bereits vorhandenes Gebäude mithilfe eines Eingabeplans beantragt werden. Neben dem Antrag sind in diesem Zusammenhang noch eine Reihe weiterer Dokumente erforderlich. Erfahren Sie, worauf zu achten ist, wenn Sie Ihren Eingabeplan eigenverantwortlich erstellen möchten.

Was ist ein Eingabeplan und welche Dokumente umfasst er?

Vielen ist der Eingabeplan sicher unter dem Begriff „Bauantrag“ besser bekannt. In diesem Zusammenhang spricht man aber auch häufig von einer „Genehmigungsplanung“. Der Eingabeplan hat die Funktion, das gewünschte Bauvorhaben sowie die Nutzungsansprüche nachvollziehbar und lückenlos dazustellen. Das verantwortliche Amt prüft auf diese Weise nicht nur, ob alle baurechtlichen Auflagen erfüllt werden – auch wird kontrolliert, ob das Grundstück für das Bauvorhaben geeignet ist und ob Nachbarn oder die Umgebung möglicherweise dadurch beeinträchtigt werden könnten.

Als Ganzes besteht der Eingabeplan aus mehreren Dokumenten. Der Umfang und die einzelnen Bestandteile unterscheiden sich aber nicht nur von Bundesland zu Bundesland; individuelle Anforderungen werden in der Regel auf Gemeinde-Ebene gestellt. Vor der Antragstellung empfiehlt es sich demnach, sich beim zuständigen Bauamt zu informieren. Grundsätzlich gehören die meisten der folgend aufgelisteten Dokumente und Informationen dazu:

  • – Bauantragsformular (vollständig und korrekt ausgefüllt sowie unterschrieben)
  • – Auszug aus dem Lageplan des Katasteramts
  • – Kostenberechnung für das Bauvorhaben
  • – Flächenberechnung zur Differenzierung zwischen Nutz- und Wohnfläche
  • – Grundflächenberechnung des Gebäudes und Anzahl der geplanten Stockwerke
  • – Beschreibung des Bauvorhabens
  • – Statistischer Erhebungsbogen
  • – Antrag auf Haus- und Grundstücksentwässerung
  • – Lageplan mit vermerktem Bauvorhaben
  • – Angaben zur Abstandsfläche im 1:500-Maßstab
  • – Bauzeichnungen der Grundrisse, Gebäudeansichten und -schnitte im 1:100-Maßstab
  • – Nachweise zu geplanten Statik-, Wärme-, Schallschutz- und Brandschutzmaßnahmen
  • – Nachweis über benötigte PKW-Stellplätze

In Gemeinden, die über besonders beliebe Baulagen verfügen, ist unter Umständen mit zusätzlichen Auflagen zu rechnen. Diese umfassen beispielsweise Richtlinien, die in puncto Größe und Optik zu befolgen sind. Was erlaubt ist und was nicht, findet man am besten über eine Recherche auf der Gemeinde-Website oder in einem persönlichen Beratungsgespräch heraus.

Sobald der Eingabeplan vollständig ist, ist die Vorlegung in dreifacher Ausführung nötig. Im Idealfall übernimmt nicht der Bauherr selbst, sondern ein bauvorlagenberechtigter Entwurfsverfasser, meist ein Bauingenieur oder ein Architekt, die Antragsstellung. Dieser kann aufgrund seiner Expertise für die Richtigkeit der gemachten Angaben bürgen.

Welche Fristen sind zu einzuhalten?

Bis ein Bauplan genehmigt wird, ziehen meist vier bis zwölf Wochen ins Land. Da die Baustelle vorab stillsteht, sollte die Abgabe des Eingabeplans rechtzeitig erfolgen. Weiterhin tut man gut daran, Zeit für eine Korrekturschleife einzuplanen, falls Änderungen im Bauantrag erforderlich werden. Achten Sie bei der Planung weiterhin darauf, dass zu es Phasen gibt, in denen saisonbedingt viele Anträge parallel eingehen – so kann sich der Baubeginn aufgrund von längeren Wartezeiten ebenfalls verzögern.

Trotz der beschriebenen Umstände, sollte nicht allzu weit in die Zukunft geplant werden, da für Baugenehmigungen meistens eine Befristung von drei Jahren vorliegt. Wird dieser Zeitraum überschritten, ist eine neue Antragstellung für das Bauprojekt erforderlich, bei der alle Bestandteile erneut in vollem Maße geprüft werden. Wenn sich Bauvorhaben unter besonderen Umständen in die Länge ziehen, können die Fristen überschritten werden – doch Achtung: Ein definitiver Rechtsanspruch besteht dafür nicht.

Können aufgrund von guter Planung bereits Kosten gespart werden?

Ein besonders wichtiges Thema in jedem Bauprojekt ist die Kostenminimierung. Viele Bauherren fragen sich also berechtigterweise, ob sie schon im Zuge der Planungsphase Sparpotenziale nutzen können. Während bei den Gebühren, die durch die Behördengänge entstehen, keine Möglichkeiten zum Sparen existieren, können sich Eigenleistungen bei der Planung später in der Tat bezahlt machen.

So erleichtert beispielsweise jeder, der ein möglichst genaues Konzept für das Bauvorhaben aufs Papier bringt, dem Architekten oder Bauleiter die Arbeit. Verteilen Sie also die Räume, definieren Sie die gewünschten Größen und legen sie die jeweilige funktionale Ausrichtung fest. In diesem Zuge sollten auch schon bauliche Besonderheiten wie etwa der Wunsch nach einem Kamin berücksichtigt und abgeklärt werden. Tauschen Sie sich daher mit dem umsetzenden Dienstleister aus und lassen Sie sich die Einschätzung des Experten geben. Je besser Ihre Vorlage ist, desto niedriger fallen dann Aufwand, Arbeitszeit und damit auch Kosten für die professionelle Erstellung der Bauzeichnung aus. Eine stundenweise Abrechnung der Leistungen bietet im Vergleich zu Pauschalpaketen häufig einen Preisvorteil.

Ein weiterer Pluspunkt einer möglichst genauen Planung ist, dass unerwartete Änderungen, die ja häufig ungeplante Kosten auf den Plan rufen, weitestgehend ausbleiben. Oder aber es lässt sich besser auf diese reagieren. Zuletzt spart man sich durch eine möglichst effiziente Planung und Eigenleistungen im Idealfall wertvolle Bearbeitungszeit bei den Behörden.

Welche weiteren Vorteile ergeben sich durch Eigenleistungen?

Sich bei der Erstellung des Eingabeplans professionelle Hilfe an Bord zu holen, ist grundsätzlich nicht der falsche Weg für Bauherren. Immerhin können sie sich darauf verlassen, dass sämtliche baurechtlichen Richtlinien in Blick auf Stabilität sowie Wärme- und Schallschutzdämmung erfüllt werden. Auch ortspezifische Vorschriften, welche die Erstellung des Eingabeplans erschweren, finden Berücksichtigung. Mit etwas Glück sparen Sie sich darüber hinaus wertvolle Zeit bei der Antragsbearbeitung und erleben – wie schon erwähnt – keine bösen Überraschungen bei nachträglichen Änderungen.

Durch die Erbringung von Eigenleistungen behalten Sie aber schließlich auch einen sehr guten Gesamtüberblick über das Bauprojekt. Dabei spielen nicht nur die Finanzen eine wichtige Rolle – selbst in möglichst viele Arbeitsschritte involviert zu sein und Behördengänge eigenverantwortlich zu erledigen, gibt ein sicheres Gefühl und schafften besseres Verständnis für die Welt des Bauens. Weiterhin lässt sich an bestimmten Punkten besser abschätzen, inwieweit sich die laienhaft angelegten Elemente nun tatsächlich realisiert werden können. Sehen Sie den Austausch mit den Behörden und Bauunternehmern unbedingt als Chance, Ihren Eingabeplan korrekt und vollständig anzulegen. Nur so bringt man die eigenen Wünsche und die baurechtlichen Richtlinien unter einen Hut und freut sich umso mehr über das Endergebnis.

2020-07-15T09:37:16+02:00