Ein altes Gebäude dämmen? Ja oder nein?

Für viele Bauherrinnen und Bauherren stellt sich früher oder später die Frage, ob es sinnvoll ist das erworbene Haus zu dämmen oder nicht. Vor allem bei Bauten aus den 60er und 70er Jahren stellt sich die Frage nach Energieeffizienz und langfristigen Kosteneinsparungen. Mit Leib und Seele ein individuelles Gebäude nach den eigenen Wünschen zu konstruieren ist ein Projekt, dass sich viele Bauherren wünschen. Aber gerade in den angesagten Wohngegenden ist es nicht einfach, ein geeignetes Schnäppchen zu finden. Daher steht der ein oder andere Bauherr auf dem Weg zum Traumhaus, früher oder später vor einem in die Jahre gekommenen Gebäude, das sanierungsbedürftig ist.

Die Frage, ob der Sanierungs-Weg der richtige ist, liegt, aufgrund der anstehenden Investitionen jeglicher Art, nahe. Wäre es nicht einfacher ein modernes und fertiges Gebäude zu erstehen? Wer sich für das Sanierungsprojekt entscheidet, sollte sich im Vorhinein, darüber klar sein, dass das Wissen über die Vorgehensweise und Grundsubstanz des Gebäudes für eine erfolgreiche Sanierung ausschlaggebend ist.

Die Renovierung eines alten Hauses ist nur etwas für Experten!

Viele Bauherren glauben, dass alte Häuser nur renoviert werden können, wenn die Gebäude einen speziellen historischen Hintergrund und sie selbst genügend Fachwissen haben. Ein wichtiger Aspekt bei der Renovierung alter Gebäude ist die Verbindung von alten und modernen Elementen. Architekt muss man dafür nicht sein. Mit dem richtigen Feingespür gelingt es auch Bauherren, die keine Profis auf dem Gebiet der Architektur sind, die Strukturen und architektonischen Elemente zu erkennen und zu erhalten, die es wert sind, beibehalten zu werden und die am Ende den Charme des Hauses ausmachen. Die bauliche Umsetzung richtet sich dabei immer nach der Meinung des Bauherrn, da die baulichen Elemente beim Umbau nach persönlicher Vorstellung einen eignen ganz individuellen Charakter entwickeln.

Das Wichtigste ist, entweder zu versuchen, aus verschiedenen Komponenten eine harmonische Einheit zu schaffen, oder einen klaren Kontrast zu suchen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Streben nach Harmonie oder einem scharfen Gegensatz zwischen modernem und altem Charme. Um verschiedene optische und bauliche Aspekte auszuprobieren eignet sich CAD-Software, denn so kann das Haus aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und verschiedene Alternativen ausprobiert werden.

Die Renovierung eines alten Hauses ist energetisch unklug!

Allein durch den Bau eines neuen Gebäudes werden 50 Prozent mehr Energiekosten verursacht als bei der Sanierung eines Altbaus. Die Arbeiten sind bei Letzterem zwar deutlich komplexer, aber dennoch effektiver. Zudem werden Arbeiten, wie zum Beispiel die Dämmung eines Daches, finanziell bezuschusst. Darüber hinaus ist aus ökologischer Sicht die Renovierung alter Gebäude eine gute Balance. Denn durch das Entfernen alter Materialien, die oft reich an Schadstoffen sind, und die Bereitstellung hochwertiger Alternativen wird auch die energetische Gesamtbilanz des Hauses verbessert. Darüber hinaus wird im Vergleich zum Neubau weniger Material gekauft und transportiert. Das wirkt sich auch positiv auf das ökologische Gleichgewicht des Sanierungsprojekts aus.

Als Erstes neue Außenwände!

Viele Bauherren befürchten, dass sie vor allem Anderen die gesamte Fassade erneuern müssen, um das Projekt umzusetzen. Klar, das äußere Erscheinungsbild ist wichtig, aber nur in seltenen Fällen unbedingt erforderlich. Eine neue Isolierung der Außenwände kommt vor allem dann infrage, wenn Energiekosten auf lange Zeit gespart werden sollen. Am besten, wenn sowieso Arbeiten an der Fassade vorgenommen werden sollen. Denn dann kann durch eine hochwertige Isolierung der Außenwand nicht nur Energiekosten eingespart werden, sondern auch die Geräuschemissionen verbessert werden.

Wenn mehr als 10 Prozent der Gesamtfläche der Außenwand neu verputzt werden müssen, muss der Bauherr die Außenwand neu isolieren. Der Bauherr muss dann die Außenwand gemäß den geltenden Energieeinsparungsvorschriften gestalten. Wenn dieser Schritt nicht zum Zeitplan passt, kann die Arbeit ausgesetzt werden. Die Erneuerung kann dann später umgesetzt werden. Besonders wenn das Budget begrenzt ist, eignet sich die Erneuerung der äußerlichen Fassade dann, wenn diese sowieso optisch verändert werden soll.

Ein neues Heizsystem ist unnötig!

Aus ökologischer Sicht und möglichen langfristigen Kosteneinsparungen sind Energiekosten für viele Bauherren wichtig, besonders dann, wenn das Haus eventuell zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkauft werden soll. Denn durch ein innovatives Heizsystem können die Fixkosten auf Dauer erheblich gesenkt werden. Ausgehend von der Annahme, dass ein altes Haus dieses Einsparpotenzial nicht realisieren kann, kann der Bauherr daraus schließen, dass das alte Haus sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht eignet.

Wenn das Gebäude nur wenig Wärme benötigt, aber aus energetischer Sicht, sind moderne Heizsysteme zwar sinnvoller, dies schließt jedoch alte Gebäude nicht automatisch aus. Durch geeignete Dämmstoffe kann der Wärmebedarf von Gebäuden erheblich reduziert werden. Aus energetischer und ökologischer Sicht ist die Kombination neuer Dämmstoffe und innovativer Heiztechnologien eine gute Möglichkeit, Häuser energetisch sinnvoll zu entwerfen.

Energieeffizienz? Nicht bei einem alten Gebäude!

Dieser Fehler beruht auch auf der Annahme, dass ein innovatives Heizsystem keinen Platz im alten Haus hat. Da dieses Vorurteil jedoch abgebaut wurde, muss sich der Hausbesitzer bewusst sein, dass mit geeigneten Maßnahmen der Standard eines Passivhauses erreicht werden kann. Dies erfordert natürlich nicht nur neue Dämmstoffe und entsprechende Heizsysteme, sondern auch die Optimierung von Türen und Fenstern. Dieser Aspekt stellt sicherlich einen weiteren Kostenfaktor dar, ist jedoch kein direkter Hinderungsgrund.

Es ist jedoch zu beachten, dass dynamische Nachrüstungsmaßnahmen zur Senkung der monatlichen Kosten beitragen. Infolgedessen kann diese Verbesserung schnell belohnt werden und ist normalerweise autark.

Dämmung in Altbauten = Schimmel!

Dieses Vorurteil basiert auf der Erfahrung von Häusern, die um die Jahrtausendwende renoviert wurden. Denn in dieser Phase konzentrierten sich viele Bauherren auf sinkende Energiekosten, nicht aber auf ein intaktes Mauerwerk. Ein wichtiger Faktor bei der gründlichen Renovierung alter Gebäude ist also die sorgfältige Inspektion des vorhandenen Mauerwerks. Wenn das Haus eine moderne Standarddämmung verwendet, kann dies dazu führen, dass die Gebäudestruktur zu dicht ist. Dies ist jedoch kein spezifisches Problem alter Gebäude, sondern eine generelle Tatsache. Heutzutage werden nicht mehr die dichtesten Fenster oder Dämmstoffe verwendet, weil nachgewiesen wurde, dass das Haus atmen können muss.

Dieser Atmungsaustausch stellt auch sicher, dass keine Wärme und damit verbundene Feuchtigkeitsansammlung vorhanden sind, die zur Bildung von Schimmel führen. Wenn die richtigen Materialien verwendet werden, kann eine hochwertige Isolierung sinnvoll sein, damit Bauherren sich nicht um Schimmel sorgen zu müssen.

Individuelle Wünsche sind im Altbau nicht realisierbar!

Eine weitere Schwierigkeit bei alten Gebäuden besteht darin, dass in der Regel zunächst herausgefunden werden muss, wie sie nach statischen und baulichen Vorgaben geändert werden können. Aufgrund der Struktur und der architektonischen Anforderungen können sich Einschränkung in der baulichen Realisierung ergeben. Diese Tatsache bedeutet jedoch nicht, dass ein Umbau-Wunsch im alten Haus nicht erfüllt werden kann. Nur die allgemeinen baulichen Bedingungen sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und die Rahmenbedingungen bei der Realisierung von Wünschen somit verschieden.

Von Vorteil ist, dass die baulichen Spezifikationen zum einen klar zeigen, was verbessert werden muss, und zum anderen Mängel in den eigenen Umsetzungen aufzeigen können, denn meist entscheiden sich Bauherren für ein Gebäude, dessen Grundstruktur den eigenen optischen Vorstellungen entspricht. Natürlich können Häuser auch komplett abgerissen und wieder aufgebaut werden, aber diese Vorgehensweise ist wirtschaftlich noch anspruchsvoller. In einem solchen Fall sollte das unter Verwendung der verfügbaren architektonischen Elemente des alten Hauses neu gebaut werden.

Denkmalgeschützte Gebäude dürfen nicht saniert werden!

Viele Bauherren schätzen den Charme und die Einzigartigkeit denkmalgeschützter Häuser, denken aber, dass es unmöglich ist, eine energiereiche Renovierung bei einem denkmalgeschützten Haus durchzuführen. Das ist nicht wahr. Tatsache ist jedoch, dass es anspruchsvoller ist, solche Häuser wieder zu erneuern. Denn optisch und strukturell dürfen viele Elemente nicht verändert werden. Das bedeutet, dass viele Baumaterialien, die einen höheren Energiewert versprechen, nicht verwendet werden können. Die Wärmedämmleistung kann aber verbessert und die Heizung, Türen und Fenster können ersetzt werden. Nur die visuellen Möglichkeiten sind begrenzt. Grundsätzlich kann durch Verwendung geeigneter Bauelemente und Materialien eine energetische Verbesserung von bis zu 60 Prozent erreicht werden.

Ergibt es Sinn, ein altes Haus zu isolieren?

Diese Frage kann grundsätzlich bejaht werden. Denn eine gute Wärmedämmung kann das Haus nicht nur ökologischer machen, sondern auch die Fixkosten senken. Es ist jedoch wichtig, dass das Baupersonal und Energieexperten, wie zum Beispiel Energieberater, die Gebäudestruktur vor der Wärmedämmung genau beurteilen. Diese Experten unterstützen auch bei Anträgen bezüglich finanzieller Bezuschussungen. Nur mit den fundierten Informationen der Fachexperten kann das richtige Dämmmaterial für das entsprechende Gebäude gefunden werden. Selbst wenn dieser Schritt zusätzliche Kosten verursacht (beispielsweise für Expertenmeinungen in Bezug auf Baustoffe), kann dies in Zukunft Probleme wie Schimmel oder Wärmestau verhindern.

Darüber hinaus können durch eine ordnungsgemäße Isolierung in Verbindung mit Fenstern und innovativen Heiztechnologien die Energiekosten erheblich gesenkt werden. Dies hat den Vorteil, dass die monatlichen Kosten erheblich gemindert werden können. Infolgedessen werden die meisten Kosten von sich selbst getragen, und Bauherren können verschiedene bauliche Unterstützungsmaßnahmen nutzen. Dieser Vorteil reduziert den Kostenanteil der Sanierungsmaßnahmen erheblich. Der Bauherr kann auch einen angemessenen und individuellen Zeitpunkt für die Arbeiten am Haus vereinbaren. Daher ist es nicht erforderlich, die Arbeiten vor dem Einzug in das Haus abzuschließen. Dieses Vorgehen hat also einige Vorteile: Der Bauherr wird in Zukunft nicht mehr auf der Baustelle stehen müssen und der Bauprozess kann schrittweise realisiert werden. Das bedeutet, dass die Kosten effizienter geplant werden können.

Es ist jedoch erforderlich, mehrere Bau- oder Sanierungsunternehmen zu konsultieren, um Informationen und Angebote bezüglich energiesparender Renovierungen einschließlich innovativer Heizung zu erhalten, denn nur so kann eine gute Entscheidung getroffen werden.

Eine Sanierung eines alten Hauses ist immer nützlich, wenn diese mit einem geeigneten Heizsystem sowie Türen und Fenstern kombiniert wird, damit das volle Potenzial ausgeschöpft werden kann. So wird aus einem alten sanierungsbedürftigen Objekt ein Gebäude mit Charme, das aus ökologischer, wirtschaftlicher und individueller Sicht keine Wünsche offen lässt.

2020-07-09T15:11:17+02:00