Dachgaube planen und bauen für den Laien – mit Software

Dachgauben sind schon seit eh und je ein beliebter Bestandteil vom Haus. Immerhin bereichern sie die Optik ungemein und sorgen für etwas Raffinesse hinter der Architektur. Gleichzeitig haben sie auch auf das Innenleben im Haus eine Auswirkung und machen den Raum schnell gemütlicher. So werden vor allem kleine und eng wirkende Räume plötzlich lichtdurchflutet und aufgelockert. Dabei wird beispielsweise aus einem Abstellraum schnell ein gemütlicher Raum zum Zurückziehen. Es gibt jedoch zahlreiche Arten von Dachgauben, welche sich in Design und Funktion unterscheiden. So sollte bereits vor der Planung genügend Know-how über die verschiedenen Optionen bestehen.

Alle Arten von Gauben: diese gibt es

Der Sinn und Zweck verschiedener Dachgauben ist meistens derselbe. So soll durch sie auch der ausgebaute Dachboden Zugang zu Tageslicht erfahren. Gleichzeitig kann mit dem Einbau einer Dachgaube für mehr Wohnraum gesorgt werden. Dabei wird die Dachgaube also schon beim Neubau des Gebäudes geplant. Damit das Endergebnis jedoch in jeder Hinsicht überzeugt, sollte selbst die Planung gut vorbereitet sein. Folgende Optionen sind dabei in Verbindung mit der Dachgaube möglich.

Giebel- und Dreiecksgauben

Die Giebelgaube, auch Dreiecksgaube genannt, gehört wohl zu den klassischen Formen der Gaube in heimischen Bauten. Den Namen trägt sie daher, dass ihr Dach ein Dreieck formt und somit für ein bisschen Avantgarde sowie für ein kantiges Design in der Architektur sagt. Den Aufbau kann man sich so vorstellen, dass zwei Elemente aneinander gelehnt werden und infolgedessen die typische Dreiecksform entsteht. Trotz des klassischen Rufes, findet die Dreiecksgaube auch in modernen Haushalten Platz. Immerhin wertet sie die Optik auf und gewährleistet Sonnenlicht auf den Dachboden. Darüber hinaus überzeugt die Dreiecksgaube mit vergleichsweise schlanken Design, wodurch sie auch mehrmals an einem Bau angebracht werden kann, ohne zu stark aufzutragen. So können ganz einfach ein großes Fenster oder zwei kleine Fenster mit ihr bereichert werden.

Schlepp- und Flachdachgauben

Die Flachdachgaube beweist, dass modern und innovativ nicht immer gleich kompliziert sein müssen. Stattdessen ist gerade sie eine der einfachsten Arten, welche ohne Probleme ins Dach und somit ins Gebäude eingebaut werden kann. Denn hierbei handelt es sich im Grunde um ein Fenster, welches in einer eckigen Gaube, eben dem Flach- oder Satteldach, befestigt wird. Mit der Flachdachgaube wird also nicht nur eine Gaube selbst geschaffen, sondern darüber hinaus zusätzlicher Wohnraum hinzugefügt. Denn diverse Dachschrägen werden hier aufgebrochen, wodurch der Raum gleich größer und vor allem heller wirkt. Auch von draußen beeinflusst die Flachdachgaube die Optik positiv. Denn hier sorgt sie für moderne Ästhetik. Es ist jedoch wichtig, dass diese Art von Gaube auch tatsächlich zum Bau selbst passt. Denn während andere Arten sich auch problemlos im Nachhinein kombinieren lassen, muss die Optik der Flachdachgaube sehr wohl ins Konzept passen. Es ist daher ratsam, bereits beim ersten Bau sowie bei der Planung des neuen Wohntraumes die Flachdachgaube einzukalkulieren. Dabei ermöglicht sie ganz neue Optionen im Bereich des Dachbodens. So kann sie mit einem Schwingfenster oder einem Balkon ausgestattet werden, wodurch das oberste Geschoss auf allen Längen genutzt wird.

Trapezgauben

Auch die Trapezgaube entspricht ihrem Namen. So ist die Gaube hier ein Trapez. Da es sich hierbei jedoch um ein monumentales Gerüst handelt, ist die Trapezgaube in erster Linie für größere Häuser geeignet. Bei kleinen Bauten kann sie schnell überwältigend wirken und somit die Optik in Mitleidenschaft ziehen. Dafür lässt sie sich infolgedessen umso schöner in das bestehende Dach integrieren. Denn für das Deckungsmaterial kann dasselbe Material verwendet werden, aus welchem auch das Dach selbst besteht. So fällt die Trapezgaube nicht auf, sondern harmoniert stattdessen mit dem kompletten Konzept. Gleichzeitig ermöglicht dies eben so, dass die Trapezgaube im Nachhinein in den bestehenden Bau integriert wird. Die Veränderung ist somit nicht fatal, weswegen die Trapezgaube auch dann sinnvoll ist, wenn Platz für Sonnenpaneele geschaffen werden soll. Schlussendlich beeinflusst eine Gaube in dieser Form natürlich nicht nur die äußere Ansicht des Baus. Viel mehr sorgt sie auch im Innenraum für interessante Effekte und sorgt dafür, dass das Zimmer in jeder Hinsicht aufgewertet wird. Denn der Verlauf der Raumhöhe wird durch die geometrische Form des Trapezes beeinflusst, wodurch das Innenleben gleich weiter und avantgardistischer wirkt. Das lohnt sich zwar infolgedessen für die Optik und die Verwendung, hat aber natürlich auch seinen Preis.

Spitzgauben

Man könnte meinen, dass es sich bei der Spitzgaube im weitesten Sinne um eine Dreieckgaube handelt. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Gaubenart auch wirklich um ein Dreieck. Es ist jedoch so, dass der Winkel kleiner ist und somit die Form, dem Namen entsprechend, spitzer verläuft. Diese Art von Gaube sorgt daher für interessante Details in der Außenansicht, bietet aber natürlich auch weniger Platz für Fenster. Wer daher das höchste Maß an Lichteinfall im Dachgeschoss garantieren will, ist bei der Spitzgaube nicht beraten. Stattdessen lohnt sich diese insbesondere bei kleineren Häusern. Hier rentiert sie sich oft anstelle der Dreiecksgaube, da ihr Auftritt schmäler und unauffälliger wirkt. Trotz geringerer Fläche für Fenster, wird hiermit selbstverständlich dennoch mehr Lichteinfall garantiert, als es ohne Gaube der Fall wäre.

Walm- und Krüppelwalmgauben

Die Walmgaube und die sogenannte Satteldachgaube können aus optischer Sicht schon einmal verwechselt werden. Dabei differenziert der Aufbau jedoch durch markante Eigenschaften. Dann während die beiden zwar ähnlich ausschauen, so wird die Walmgaube genauer betrachtet von allen Seiten gebildet. In diesem Sinne entsteht die Walmgaube sowohl von oben als auch von unten und den Seiten her. Das führt wiederum dazu, dass die Walmgaube sich besonders harmonisch in jeden Bau integriert. So steht sie nicht einfach heraus, sondern komplettiert das gesamte Bild. Die Fläche, welche durch diese Art von Gaube entsteht, kann dafür großzügig für verschiedene Fenster verwendet werden. Doch die Multifunktionalität und Ästhetik diese Art von Gaube hat selbstverständlich auch einen stolzen Preis. So ist mit einem hohen Kostenaufwand zu rechnen.

Rundgauben

Es gibt verschiedene Arten von Rundgauben, wobei hauptsächlich zwischen Segmentbogen- und Tondachgauben unterschieden wird. Die Segmentbogengauben verfügen über ein Kreisausschnitt, welcher auf den Gaubenwangen aufliegt. Das führt infolgedessen dazu, dass sie in der Variation der Dachhöhe sehr flexibel ist. So kann diese Art von Dachgaube auch so gestaltet werden, dass insbesondere viel Licht in den Dachboden strömt. Die Tondachgaube wiederum verfügt lediglich über einen Halbkreis, welcher dafür einen nahtlosen Übergang zum restlichen Dach hat. Dadurch wird ein harmonisches Bild geschaffen.

Fledermaus- und Ochsenaugengauben.

Die Fledermausgauben, welche auch als Ochsenaugengauben bekannt sind, finden sich insbesondere in Nordfriesland oder auf Reetdächern wieder. Den Namen entnehmen Sie dem Kreisausschnitt, welcher innerhalb der Gaube durchgeführt wird. Dadurch wird der Schwung der Gaube angehoben, was wiederum der Optik eines Ochsenauges beziehungsweise einer Fledermaus ähnelt. Dabei können gleich mehrere Fledermausgauben an einem einzigen Dach angebracht werden. Dadurch, dass die sich direkt mit dem Dach verbinden, entsteht ein besonders harmonisches Bild. Während je nach Größe der Gaube auch sehr große Fenster eingesetzt werden können, wird der Wohnfläche jedoch nichts beigetragen. Denn bei dieser Art von Gaube handelt es sich lediglich um eine Veränderung am Dach.

Benötigt der Gaubenbau eine Genehmigung?

Alle obengenannten Gauben lassen sich einfach mit Einbausätzen verwirklichen. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Baubehörde vorsieht, in dieses Vorhaben involviert zu werden. Denn durch den Bau einer Gaube wird die Statik eines Hauses maßgeblich verändert. Es ist daher notwendig, dass ein Experte, namentlich der Statiker, zur Planung hinzugezogen wird. Vor allem, wenn es um den Anbau einer Gaube, beispielsweise bei einem alten Haus geht, können die Auswirkungen ohne die richtige Berechnung gravierend sein. Hat der Statiker aber einmal einen professionellen Plan angefertigt, muss dieser nur noch von der Baubehörde genehmigt werden und infolgedessen kann der Bauherr in durchführen lassen.

Kosten für den Gaubenbau

Welche Kosten für den Bau einer Gaube entstehen, hängt maßgeblich mit dem gewählten Modell sowie mit der Größe zusammen. Dabei darf nicht nur der Preis für die Gaube selbst kalkuliert werden. Dann hinzukommt außerdem der Einbau von Fenstern oder etwaiger anderer Komponenten.

Gleichzeitig muss außerdem beachtet werden, ob es sich um eine Fertiggaube oder ein individuelles Modell handelt. Bei fertigen Produkte kann mit rund 5 000 Euro gerechnet werden. Dies multipliziert sich selbstverständlich mit der Anzahl der Gaube. Es kann aber auch mittels der richtigen Materialwahl mit günstigeren Preisen gerechnet werden.

Soll die Gaube kein fertiges Modell sein und stattdessen individuell eingerichtet werden, können sich die Kosten gar verdoppeln und verdreifachen. Unabhängig davon, fließen außerdem die Kosten für den Dachanschluss, das Eindecken sowie die Abdeckung hinzu. Alles in einem kostet eine einzige Gaube nicht selten bereits 10 000 Euro.

Gaube selbst machen?

Auch begabte Handwerker können nicht die Gaube am Dach montieren. Hier ist stets die Arbeit von Experten gefragt, um hochwertige und vor allem sichere Ergebnisse zu erreichen.

2020-07-13T20:56:57+02:00