Neue Dimensionen in der Bauplanung

Bevor ein Gebäude errichtet wird, entsteht als Erstes ein Bauplan. Er besteht aus einer Grundriss– und einer Schnittzeichnung des geplanten Objekts. Als präzise Arbeitsvorlagen sorgen sie dafür, dass jedes Detail exakt geplant und ausgeführt wird. Diese großformatigen technischen Zeichnungen behalten ihre Relevanz, auch wenn das Haus längst steht, zum Beispiel, wenn es umgebaut oder verkauft werden soll.

Manche Änderung des Besitzers oder der Nutzungsbedingungen einer Immobilie machen Veränderungen an einem Gebäude nötig. Dafür ist es unter Umständen erforderlich, dass die geplante Änderung in der vorhandenen Schnittzeichnung ergänzt wird. Doch nicht in jedem Fall muss man einen Architekten zu beauftragen. Oft kann sich ein Bauherr diese Kosten sparen, indem er mit der richtigen Software die Änderung der Schnittzeichnung selbst vornimmt.

Grundriss oder Schnittzeichnung?

Wenn von einem Bauplan die Rede ist, denkt man als Laie zunächst an einen gezeichneten Grundriss. Eine Schnittzeichnung – und was man sich darunter genau vorstellen muss – ist meistens unbekannt. Hier sind zwei kurze Definitionen der beiden Begriffe. Sie erklären, worin der Unterschied liegt.

Der Grundriss

Eine Grundrisszeichnung verschafft dem Betrachter einen Blick von oben auf die einzelnen Ebenen eines Bauobjekts. Der Grundriss zeigt den Verlauf der Außenwände, die Form und Aufteilung der Innenräume sowie die Platzierung von Fenstern und Türen. Die genauen Angaben der Raumgrößen machen es möglich, die Erstellung und die Nutzung aller Gebäudeflächen maßstabsgerecht zu planen. Auch die jeweiligen Wandstärken sind angegeben. Sie sind als eindimensionale Flächen eingezeichnet, deren Maße man genau ermitteln kann.

Die Schnittzeichnung

Für eine Schnittzeichnung sind bei Architekten und im Bauwesen unterschiedliche Begriffe gebräuchlich. Man nennt sich auch Risszeichnung oder kurz Riss, weil sie einen Quer- oder Längsschnitt eines Gebäudes darstellt. Oft ist auch von einer Schnittdarstellung oder kurz vom Schnitt die Rede. Sie zeigt immer eine Schnittebene des Gebäudes, die sowohl längs als auch quer verlaufen kann. Mit Schnittzeichnungen werden Strukturen im Baukörper sichtbar, die im fertigen Objekt verdeckt sind. Alle Konturen, die unter der Oberfläche des Baukörpers liegen, sind darin eingezeichnet.

Die Einsatzgebiete für solche Aufriss-Darstellungen sind sehr vielseitig. Unter Umständen ist es notwendig, mehrere Schnittzeichnungen anzufertigen, um die Interaktion von unterschiedlichen Bauelementen zu verdeutlichen. Auch als technische Zeichnungen kommen sie zum Einsatz und bilden bautechnische Vorgaben zur Architektur aus unterschiedlichen Perspektiven ab.

Was stellt eine Schnittzeichnung dar?

Auf einer Schnittzeichnung ist immer das gesamte Gebäude zu sehen. Der Schnitt verläuft genau durch seine Mitte, damit alle Ebenen erfasst werden. So ist es möglich, alle wichtigen Informationen optisch darzustellen und mit Maßen zu versehen. Zum Beispiel, ob ein Gebäude auf ebenem Grund steht oder an einem Hang. Auch die Raumhöhe in den einzelnen Stockwerken und Art der Deckenbefestigung ist aus der Schnittzeichnung zu erkennen. Kurz: Die Schnittzeichnung liefert Informationen, die aus dem Grundriss nicht zu ersehen sind.

Amtliche Anforderungen

Um eine Baugenehmigung zu beantragen, müssen immer beide Dokumente der örtlichen Baubehörde vorliegen: ein Grundriss und eine Schnittzeichnung des geplanten Gebäudes. Wenn nur ein Grundriss vorliegt, nimmt kein Bauamt die Prüfung eines Projekts vor. Ohne Schnittzeichnung wird kein Bauantrag bearbeitet. Das gilt sowohl bei einem Neubauvorhaben als auch bei einem geplanten Umbau.

Geringe Bedeutung beim Verkauf

Im Gegensatz zur amtlichen Baubehörde spielt die Schnittzeichnung beim Verkauf eines Gebäudes kaum eine Rolle. Für Kaufinteressenten ist sie nur von geringer Bedeutung. Sie kann allenfalls ein entscheidendes Argument für den Kauf der Immobilie liefern.
Auch wenn das Haus über einen Makler zum Verkauf angeboten wird, ist die Schnittdarstellung von untergeordneter Bedeutung. Kaufinteressenten sind in der Regel nur daran interessiert, den Grundriss zu sehen, um eine Vorstellung zu erhalten, welche Einrichtungsmöglichkeiten ihnen das Objekt bietet. Um einen optischen Eindruck vom Baustil und von der Atmosphäre in den Innenräumen zu vermitteln, sind möglichst professionell erstellte Fotos besser geeignet.

Wie liest man eine Schnittzeichnung richtig?

Eine Schnittzeichnung zeigt, wie ein Haus aufgebaut ist. Die architektonische Zeichensprache vermittelt alle wichtigen Informationen zu seiner äußeren und inneren Struktur. Man kann sehen, wie die Räume integriert sind, wo der Kamin verläuft und wo sich Treppenhäuser und tragende Elemente befinden.

Je nachdem, was gezeigt werden soll, wird ein Längs- oder ein Querschnitt vorgenommen. Eine Strich-Punkt-Linie kennzeichnet den Verlauf des Schnitts. Wo er Wände durchtrennt, ist jeweils eine durchgehende Linie zu sehen. Die Schnittzeichnung macht sichtbar, was hinter der Schnittlinie liegt. Um die Zeichnung richtig lesen zu können, muss ein Betrachter wissen, aus welcher Perspektive und in welchem Maßstab die Zeichnung angefertigt ist. Diese Informationen findet er neben weiteren technischen Angaben im Schriftfeld der Schnittzeichnung.

Auch im Gelände einsetzbar

Schnittzeichnungen gibt es nicht nur für Gebäude. Oft wird mit dieser Technik auch die Beschaffenheit eines Baugrundes angezeigt. Das ist vor allem von Vorteil, wenn das Baugelände uneben ist oder wenn das Gebäude an einem Hang stehen soll. Eine Gelände-Schnittzeichnung liefert wichtige Informationen über die Fundamente, die dem Haus einen festen Stand geben sollen. Sie sind von Anfang an unentbehrlich für die Bauplanung. Nach ihnen richtet sich vor allem die Entscheidung, welche Geräte in den einzelnen Bauphasen zum Einsatz kommen sollen.

Dreidimensionale Darstellung

Bei der Einrichtung von bereits bestehenden Gebäuden hat sich der Einsatz der modernen 3D-Technik bewährt. Dieses Verfahren, das in Fachkreisen als orthogonale Axonometrie bezeichnet wird, ist unter dem Begriff „Explosionszeichnung“ bekannt. Die Methode stammt aus der Militärtechnik und sie kann ein Gelände in ihrer realen Ausrichtung darstellen. Damit wird eine exakte Grundlage für technisch diffizile Konstruktionen geschaffen. Durch eine Drehung des Grundrisses um 45 Grad wird ein räumlicher Effekt erzeugt, der die relevanten Gegebenheiten plastisch zeigt. Die benötigten Daten kann man im Schnitt und im dazugehörigen Schriftfeld ablesen.

Präzisionsarbeit nach Expositionszeichnungen

Die Zeiten, in denen Schnittzeichnungen nur zweidimensional waren, sind vorbei. Mit Hilfe der modernen Computertechnik ist es möglich, perspektivische Darstellungen zu erzeugen, mit denen die konstruktionstechnischen Verbindungen in einem Gebäude plastisch sichtbar werden. Wie bei einer Sprengung werden dabei einzelne Elemente einer Zeichnung versetzt dargestellt. Damit werden konstruktionsbedingte Zusammenhänge sichtbar, die eine Zeichnung im 2D-Format nicht zeigen könnte. Vor allem für den komplexen Verlauf von Strom- oder Rohrleitungen, bei denen es um millimetergenaue Passungen geht, sind diese Expositionszeichnungen eine wertvolle Vorlage. Denn hier genügen schon kleinste Abweichungen, um kostenschwere Schäden zu verursachen.

Geniale Software ersetzt teure Experten

Die Planung von Grundrissen und die Erstellung von Schnittzeichnungen gehören nach wie vor in die Hände von erfahren Fachleuten. Nicht umsonst absolvieren Architekten, Bauingenieure und technische Zeichner eine lange Studien- oder Ausbildungszeit, um der Verantwortung gewachsen zu sein, die der Bau eines Gebäudes oder einer technischen Anlage mit sich bringt. Aus diesem Grund hat ihre Arbeit auch einen hohen Preis, der bei jedem anspruchsvollen Neubau durchaus gerechtfertigt ist.

Doch nicht jeder Hauseigentümer hat das Geld, um einen Architekten zu beauftragen, wenn er vorhat, einen Terrassenvorbau oder einen Carport zu errichten. Daher bieten Software-Anbieter mittlerweile Lösungen an, mit denen zumindest kleinere Projekte auch von Laien geplant werden können. Mit ihren intelligenten Tools ist es möglich, bestimmte Schnittzeichnungen selbst anzufertigen. Die Qualität der meisten Software-Lösungen ist hervorragend, was mittlerweile durch kompetente Tests geprüft und bestätigt wurde.
Der Qualitätsstandard dieser Software-Lösungen entspricht heute dem hohen Anspruch, der von Baubehörden an sie gestellt wird. Daher stehen die Chancen gut, dass auch ein unterfahrener Bauherr mit einer Schnittzeichnung, die er mit dieser Software selbst erstellt hat, eine amtliche Baugenehmigung erhält.